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Autorin Stefanie Stahl: „Alte Muster werden an ganze Generationen durchgereicht“

Die Psychologin und Bestsellerautorin Stefanie Stahl empfiehlt Eltern, ihr Handeln mehr zu hinterfragen. „Was die Selbstreflexion angeht, befinden wir uns im Mittelalter“, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am 8. Dezember erscheint das Buch „Nestwärme, die Flügel verleiht“, in dem die Bestsellerautorin zusammen mit Julia Tomuschat über Herausforderungen in Kleinfamilien schreibt.

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Von Insa van den Berg

Wenn Eltern in ihrer Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht hätten, würden sie die daraus entstandenen „alten Muster an ganze Generationen durchreichen“. Das geschehe auch dann, wenn die Mütter und Väter sich fest vorgenommen hätten, es anders zu machen. „Diesen Kreislauf kann man nur durch Selbstreflexion unterbrechen“, sagt Stahl. Nur wer sich die eigenen Probleme bewusstmache, könne auch gegensteuern.

Kerngedanke von Stahl und ihrer Mitautorin Tomuschat ist, dass Verbindungen zwischen Menschen und so auch zwischen Eltern und Kindern durch drei Grundbedürfnisse bestimmt seien: Bindung, Selbstständigkeit und Selbstwert. „Das sind die Prinzipien, um die sich die ganze Welt dreht“, sagte Stahl dem epd. Um Kindern Selbstwertgefühl zu vermitteln, müsse man sich um sie kümmern und zugleich ihre Autonomie fördern.

Die Autorinnen unterscheiden in ihrem Buch zwischen angepassten und autonomen Eltern. „Bei den angepassten Eltern ist das Bindungsbedürfnis eher zu stark“, erklärte Stahl. Sie würden besonders die Zeit genießen, wenn die Kinder klein seien. „Die größere Herausforderung ist, wenn sie ihre Kinder loslassen müssen.“

Die autonomen Eltern seien aufgrund eigener Kindheitserlebnisse „eher bei ihrem Freiheitsbedürfnis aus der Balance. Sie haben sich vorgenommen, sich nicht mehr anzupassen und alles allein hinzubekommen.“ Die Bedürfnisse kleiner Kinder schnürten ihnen die Luft ab und lösten Fluchtimpulse aus. Diese Eltern kämen besser klar, wenn die Kinder größer würden.

Stahl hat 2015 den Lebenshilfe-Ratgeber „Das Kind in dir muss Heimat finden“ geschrieben, der seither auf der Spiegel-Bestsellerliste steht.

Evangelischer Pressedienst, 7. Dezember 2018

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Singen gegen das Vergessen

Studien zeigen, dass Singen positive Effekte auf Demente hat. Sie werden mobiler, aggressive Patienten hingegen kommen zur Ruhe. Auch den Alltag im Heim oder von pflegenden Angehörigen kann es erleichtern

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Von Insa van den Berg

Vier Menschen an einem Tisch. Bei dreien liegt das Kinn auf der Brust. Der Blick des Mannes im beigen Pullover geht ins Leere. Er kaut auf seinen Dritten. Außer dem leisen Schmatzen ist es still. Maartje de Lint beugt sich hinunter zu einer Frau mit wirr-weißem Haar im Lehnstuhl. Sie stellt sich als „Maartje“ und als „Sängerin“ vor, lächelt und streichelt zaghaft über die rechte Hand der Patientin. Sehr langsam bewegt sich deren Stirn ein Stück himmelwärts. Die beiden Frauen sehen einander an. „Demente verlieren das Rationale. Die emotionale Seite, das Fühlen, bleibt aber gesund“, erklärt die Altistin.

Die Opernsängerin bietet sogenannte „Base“-Trainings in Pflegeheimen in den Niederlanden an und wird nun auch in Deutschland aktivwerden, zunächst in Sachsen. „Base“ steht für „Brain Awakening Singing Education“: Sinngemäß übersetzt heißt das gehirnanregende Gesangsstunden. Dazu bildet Maartje de Lint zunächst einen Stuhlkreis für zwölf Demenz-Betroffene, deren Angehörige und sechs Pflegende. Gemeinsam singen sie, ein Pianist begleitet den Chor. Es geht nicht darum, dass alle Sänger den richtigen Ton treffen oder die passenden Wörter wählen. „Eine Melodie oder ein ,Lalala‘ reichen“, sagt die 50-Jährige in die Runde.

Der Pädagoge Max Liedtke meint, der persönliche Kontakt sei der Schlüssel zu den von Demenz betroffenen Patienten, die eingesunken in ihrem Rollstuhl verharren oder verstört um sich schlagen. Mehrfach in der Woche besucht der emeritierte Professor Schwerstdemente in Pflegeeinrichtungen im Nürnberger Land. Wenn sie gemeinsam musizieren, verändere sich etwas. Ein Lächeln hier, Tanzbewegungen dort. Ein Wiederaufblühen. Zuerst erlebt hat er das bei seiner dementen Frau: „Gespräche wurden schwieriger. Ihr Reden stockte. Ich habe bemerkt, dass gemeinsames Tun unsere Kommunikation erleichterte. Singen, das war eine spontane Idee.“ Freude hervorzurufen gelinge jedoch nur, wenn die Lieder einen Bezug zur Vergangenheit hätten. Sie müssten bereits früher von den nun alten Menschen gesungen oder zumindest gehört worden sein. „Im Alter hat man das Recht auf Wiederholung“, sagt Max Liedtke.

Lieder aus der Kindheit sind im Handlungsgedächtnis abgespeichert, und das greife die Demenz erst sehr spät an, erklärt Prof. Eckart Altenmüller. Er ist Neurologe und Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musikermedizin der Hochschule für Musik und Theater Hannover. „Untersuchungen zeigen, dass durch das Singen Verbindungen im Gehirn in einem gewissen Maß wiederbelebt werden können.“ Denn Singen gilt als sehr anspruchsvolle Tätigkeit: Man muss atmen, die Lippen bewegen, Texte abrufen. „Man kann das Fortschreiten der Krankheit damit aufhalten.“ Das aktive Tun sei besser, als nur Musik zu hören. „Am besten ist es, wenn man zusätzlich die Mobilität der Patienten fördert, durch Klatschen oder Tanzen.“

Als die Opernsängerin Maartje de Lint das „Ave Maria“ von Franz Schubert anstimmt, richtet sich eine ältereDame in lachsfarbener Strickweste auf. Es scheint, als habe sie bisher einem Tagtraum hinterhergehangen. Nun schaut sie interessiert in die Liedermappe mit der extragroßen Schrift. Die Altistin setzt sich neben sie, schaut ihr ins Gesicht und berührt sie an der linken Schulter. Mit etwas zittriger Stimme steigt die Demente ein, greift nach den Armen der Trainerin. Gemeinsam singen sie die Strophe zu Ende. Als Maartje de Lint sich lösen möchte, küsst die alte Frau ihr Handgelenk. Viele der Teilnehmer scheinen während des Gesangs zu erwachen: Sie strahlen, wippen mit den Füßen, dirigieren die Runde.

Genau das will Maartje de Lint den Pflegenden in den Heimen zeigen: Dass man sich die Musik auch im Alltag zunutze machen kann. „Wenn man jemanden duschen muss und der will nicht, kann ein Schlager wie ,Singin’ In The Rain‘ hilfreich sein.“ Oder ein Kinderlied wie „Zeigt her eure Füße“. Die Pflegenden seien vom Einfluss der Musik oftmals total überrascht, sagt die Sängerin: „Wie man einen schreienden Patienten so einfach beruhigen kann – nur mit einem Lied.“ Ein praxisnaher Workshop kostet das Heim etwa 600 Euro. Eine Bewohnerin fragt am Ende: „Kannst du nächste Woche wiederkommen, Maartje?“

Auch der Verein „Singende Krankenhäuser“ bietet Fortbildungen für Pflegende an, um psychologische Grundlagen zu vermitteln, geeignete Lieder vorzustellen und zu sportlichen Übungen anzuleiten. Pro Modul zahlen Teilnehmer eine Kursgebühr von 265 Euro. Inzwischen sind mehr als 60 Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz durch das internationale Netzwerk zur Förderung des Singens in Gesundheitseinrichtungen zertifiziert worden. „Ehrenamtliches Engagement ist toll, aber bei uns ist es nicht nur ein Absingen von Liedern. Durch unseren fachlichen Hintergrund verbinden wir das Singen zum Beispiel mit körperlicher Bewegung. Damit erreichen wir eine andere Qualität.“

Für die Gesangspädagogin Vera Kimming vom Verein „Singende Krankenhäuser“ ist das Singen „heilsam für jede Art von Krankheitsbild“. Es kann aktivieren, beruhigen, das Selbstwertgefühl fördern. „Vielen ist gar nicht bewusst, wie bedeutsam die Musik ist.“ Das gelte auch für junge Patienten, sagt Dr. Hans Willner, Chefarzt der Klinik für seelische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter des St. Joseph-Krankenhauses Berlin. „Das gemeinsame Singen kann bei Menschen Blockaden lösen, Emotionen wecken, und es stärkt das Zugehörigkeitsgefühl.“ Deshalb wird dort regelmäßig musiziert. „Unser Musiktherapiezimmer ist ein Paradies.“ Es gibt Rasseln, Klangschalen, eine Geige, ein Schlagzeug und Klavier. Sogar eine Klangliege aus Holz mit Saiten: Wenn der Therapeut sie zupft, kann der liegende Patient die Schwingungen am ganzen Körper spüren.

Auch die Mitarbeiter des Krankenhauses singen regelmäßig gemeinsam, um sich zu entspannen und das Arbeitsklima zu verbessern. Denn der Gesang hat nicht nur positive Auswirkungen auf Patienten, sondern auch auf Pflegende, ob im Krankenhaus oder im Seniorenheim. Die Musik rufe bei ihnen gute Gefühle hervor und könne entlasten.

„Genauso können Angehörige von Dementen von dem Singen profitieren“, sagt die Sängerin Maartje de Lint. Schließlich werde nur ein Bruchteil der Dementen in Heimen betreut. Viele leben noch in den eigenen vier Wänden. „Ich biete für sie ab Ende Mai an der Oper Leipzig Mitmach-Konzerte an. Das soll zusätzlich dabei helfen, die Betroffenen und ihre Angehörigen aus der sozialen Isolation zu holen.“

Der Berliner Musiktherapeut Wolfgang Tschegg glaubt an die verbindende Wirkung von Musik: „Selbst, wenn Menschen unterschiedliche Sprachen sprechen.“ Ein bisschen so sei das auch mit Dementen. Für ihn sprechen sie eine Art Fremdsprache. Wenn ein rationales Verstehen nicht mehr möglich ist, könne die Musik eine Möglichkeit sein, trotzdem mit Betroffenen in Kontakt zu kommen. Seit mehr als 15 Jahren musiziert er mit Dementen in Berlin und Umland. Besonders gerne erinnert er sich an die vor Glück weinende Witwe, die sich seit dem Tod ihres Mannes vor 30 Jahren zum ersten Mal wieder auf dem Parkett bewegt. Wolfgang Tschegg hatte ihr – passend zur Tanzmusik – den Arm gereicht.

Berliner Zeitung, 19./20./21. Mai 2018

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Schauspieler Uecker erlebte „extreme Ausschläge nach oben und unten“

Im März 1990 hat Georg Uecker als Schauspieler in der ARD-Serie „Lindenstraße“ einen Skandal ausgelöst: Er küsste in der Sendung leidenschaftlich einen Mann – und erhielt Morddrohungen. Nun hat der bekennende Homosexuelle seine Lebensgeschichte aufgeschrieben. In dem Buch „Ich mach dann mal weiter!“ wolle er „die ganze Geschichte erzählen, in meinen Worten und mit meiner Zeit“, sagte Uecker dem Evangelischen Pressedienst (epd). Über ein Leben mit Höhen und Tiefen: „Bei mir waren die Ausschläge nach oben und unten oft sehr extrem“, sagte der 55-Jährige.

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Von Insa van den Berg

Sein Tabubruch im deutschen Fernsehen, als seine Serienfigur in der „Lindenstraße“, Carsten Flöter, einen Mann küsste, habe zwar heftige negative Reaktionen ausgelöst, so Uecker. Man dürfe aber nicht vergessen: „Die schweigende Mehrheit fand diesen Kuss gut oder er war ihnen egal. Diese Leute rufen ja aber nicht im Sender an.“

Georg Uecker hat ZDF-Shows wie „Kaffeeklatsch“ und „Blond am Freitag“ mitentwickelt, die Sat.1-Improvisationscomedy „Schillerstraße“ moderiert, und er spielt Theater. Er wolle Unterhaltung und das ernste Fach miteinander verbinden. „Es gibt punktuelle Erfolge, wie zum Beispiel viele meiner Bühnenshows.“

1993 war Ueckers privates Horror-Jahr: Sein Partner John, „die große Liebe“, starb an Aids. Uecker erfuhr wenig später, dass er selbst an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und dass auch er HIV-positiv ist. Der Öffentlichkeit blieb das bis vor eineinhalb Jahren verborgen. „Es war schwierig, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um die Erkrankung publik zu machen. Ich wollte agieren statt zu reagieren“, sagte Uecker dem epd. Im Juli 2016 sei dann für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen. Im Gespräch mit Journalisten des Magazins „Schwulissimo“ habe er über seinen Gesundheitszustand gesprochen: „Entspannt und beiläufig, aber offen.“

Als Folge daraus sei das Buch „Ich mach dann mal weiter!“ entstanden. „Ich habe nicht geahnt, dass mein Bekenntnis in ’Schwulissimo’ so hohe Wellen schlagen würde. Es gab viele Reaktionen, teils sehr bewegend.“

Als Teenager hatte Georg Uecker seine Homosexualität entdeckt und bekannt. Er sei vorsichtig, anderen Ratschläge zum Coming-out zu geben. „Jede Geschichte ist schließlich anders. Bei manchen sind die Umstände schwieriger, als sie es bei mir waren.“ Viele empfinden es seiner Meinung nach jedoch als Befreiung, kein Doppelleben führen zu müssen.

Evangelischer Pressedienst, 22. Februar 2018

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Sehbehinderte Berlinerin setzt sich für „barrierefreie“ Filme ein

Dass sie so leidenschaftlich gerne ins Kino geht, irritiert immer wieder Menschen. Eine Blinde zwischen all den popkornkauenden Zuschauern im Plüschsessel, die auf die Leinwand starren? Ein Taxifahrer hat Barbara Fickert einmal gefragt, ob sie nur spielt. Ob sie womöglich nur vorgibt, nichts sehen zu können. Anders konnte er sich nicht helfen. Denn einen Fahrgast mit Blindenstock ins Kino zu bringen, das erschien ihm absurd.

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Von Insa van den Berg

Barbara Fickert ist Mitte 50, lebt in Berlin und ist von Geburt an hochgradig sehbehindert. Und sie liebt das Kino – schon seit Kindertagen. Sie schätzt die Atmosphäre und die Akustik im Saal, seitdem ihre Eltern sie das erste Mal mit ins Kino nahmen. Damals hat Barbara Fickert sich den Inhalt der Filme anhand der Dialoge der Schauspieler erschlossen. Das klappte mal mehr, mal weniger gut. Es war exrem abhängig davon, wie viel die Darsteller sprachen. Vieles, was Sehende wahrnehmen, auch wenn es unerwähnt bleibt, ging jedoch verloren: Blicke, Gesten, Handlungen, Perspektiven. Lange Einstellungen eines Sonnenuntergangs sind nun mal ziemlich öde für jemanden, der Rosa, Lila oder Orange nicht wahrnehmen kann und dem niemand erklärt, was es dramaturgisch damit auf sich hat.

Das hat sich geändert. Denn mit ihrem Smartphone hat Barbara Fickert nun die Möglichkeit, sogenannte „barrierefreie“ Fassungen zu erleben. Damit sind Kinobesuche für die Berlinerin zu noch intensiveren Ereignissen geworden. Barrierefrei für Sehhinderte bedeutet, dass es Audiodeskriptionen gibt. Sie beschreiben das Geschehen auf der Leinwand – und zwar immer dann, wenn nicht gesprochen wird. Zum Beispiel: „Die blonde Frau zieht die Stirn kraus und wendet sich ruckartig von ihrer Freundin ab“, „Der Schwimmer zieht seine fünfte Bahn durch das aufgewühlte Wasser“ oder „Eine Ameise zerlegt emsig ein Blatt, um es transportieren zu können“. Ein Filmbeschreiber erläutert Sehbehinderten alles, was leise und unkommentiert vor sich geht. Um ein Stimmengewirr zu vermeiden, haben die Darsteller auf der Leinwand Vorrang. Wenn sie pausieren, hakt der Beschreiber ein. Geräusche wie etwa ein Telefonklingeln werden dabei schon einmal übersprochen, wenn es ansonsten nicht ausreichend Pausen gibt.

„Die Audiodeskriptionen sind eine gute Möglichkeit für Blinde und Sehbehinderte, am kulturellen Leben teilzuhaben. So können sie mitreden, wenn andere über einen aktuellen Film sprechen“, sagt Claudia Schaffer vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). „Außerdem haben sie die gleichen Bedürfnisse nach Unterhaltung wie Sehende. Deshalb ist es auch so wichtig, dass nicht nur Filme über Blindheit mit Audiodeskriptionen versehen werden, sondern eben auch Publikumsmagneten wie beispielsweise der neue ,Star Wars‘.“

Barbara Fickert ruft solche Audiodeskriptionen mithilfe einer App mit Namen Greta ab, die sie auf ihrem Handy installiert hat. Sie bietet hundert barrierefreie Fassungen von Actionfilmen, Dramen und Komödien , derzeit zum Beispiel „Fack ju Göhte 3“, „Thor – Tag der Entscheidung“, „Simpel“ oder das neue Pixar-Abenteuer „Coco“. Für die Nutzer ist dieser Service kostenfrei und mithilfe eines eigenen Smartphones und Kopfhörern in jedem Kino, bei jeder Vorstellung verfügbar. Bevor Barbara Fickert ins Kino geht, lädt sie also die passende Hörbeschreibung auf ihr Mobiltelefon herunter.

Und wo ihr früher Freunde all das zuflüstern mussten, was sie nicht mitbekam, souffliert ihr nun exklusiv ein kleiner Mann im Ohr; sie kann die Lautstärke selbst bestimmen und geht keinem auf die Nerven. All das, sagt sie, erschließe ihr das Kinoerleben völlig neu. Und so nachhaltig, dass sie in ihrem Blog Blindgängerin Filmrezensionen schreibt.

Im November war sie in dem Zusammenhang auch Gast beim 60. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK). Denn auch Filmfestivals öffnen sich zunehmend für ein sehbehindertes Publikum, indem sie Hörbeschreibungen anfertigen lassen. Diese dürfen dann teilweise auch weiterverwendet werden: Die in Leipzig vorgestellte und mehrfach ausgezeichnete Dokumentation „Wildes Herz“ etwa, in der sich der Schauspieler Charly Hübner in seinem Regie-Debüt der Punkband Feine Sahne Fischfilet nähert, wird ab April 2018 deutschlandweit in den Kinos zu sehen sein – mitsamt Audiodeskription.

Seit vier Jahren fördert die deutsche Filmförderungsanstalt Produktionen nur dann, wenn Audiodeskriptionen für Sehbehinderte hergestellt werden. Das ist ein aufwendiger Prozess, erklärt Marit Bechtloff, Vorsitzende von Hörfilm e.V., der Vereinigung deutscher Filmbeschreiber: „Wir müssen dafür zunächst ein Manuskript erstellen. Ein blinder Redakteur überprüft, ob die Beschreibungen verständlich genug sind. Falls es nötig ist, wird das Skript überarbeitet. Ein professioneller Sprecher spricht die Endfassung dann im Tonstudio ein.“ Und manchmal kommt der fertige Film erst so kurz vor dem Kinostart zu den Beschreibern, dass das alles auch noch unter Zeitdruck geschehen muss.

Der Aufwand ist natürlich nicht ganz billig: Mehrere tausend Euro kostet es im Durchschnitt, eine Hörbeschreibung für einen Film zu produzieren. Der Preis richtet sich zudem nach der Länge des Films und ob es zum Beispiel viele stille Passagen gibt. „Es gibt unterschiedliche Qualitätsstandards und leider auch Beschreibungen, mit denen kein Blinder etwas anfangen kann“, meint Bechtloff. Die Kosten für die Audiodeskription trägt der Produzent des Films oder der Filmverleih, der die Kopien in die Kinos bringt. Und nur wenn die Leute von Greta von diesen beauftragt und bezahlt werden, landen die betreffenden Filme im Angebot der App. Welche Filme das sind, entscheiden deren Macher selbst. So erhalten Filme, die nicht über das Filmförderungsgesetz gefördert werden, seltener eine barrierefreie Fassung. Dann hängt es am eingenommenen Geld, ob der Aufwand sich aus Sicht der Hersteller oder des Vertriebs lohnt. „Also, wie groß das Publikum sein wird und ob der Film finanziell genug einspielen kann“, sagt Johannes Klingsporn vom Verband der Filmverleiher. Inzwischen gibt es internationale Filmriesen wie Universal Pictures, Warner Bros. Disney oder 20th Century Fox, die diese Kosten freiwillig tragen, um barrierefreies Kino zu ermöglichen.

Für Barbara Fickerts Geschmack sind es allerdings noch zu wenige Produktionen aus dem Ausland. Eher künstlerisch ambitionierte, mit schmalem Budget und abseits der großen Filmstudios gedrehte Projekte – und das sind oft die besonders interessanten – können die Kosten für barrierefreie Versionen oft nicht aufbringen. Deshalb hat sie vor rund einem Jahr zusammen mit ihrem Lebensgefährten Jürgen Schulz, „dem Adlerauge der Familie“, wie sie sagt, die „Kinoblindgänger gemeinnützige GmbH“ gegründet, um mit Hilfe von Spenden auch Arthouse- und Independent-Filme für Sehbehinderte zu erschließen. Fünf Projekte konnten die beiden so schon stemmen, darunter das für den Oscar nominierte Animationsabenteuer „Mein Leben als Zucchini“ und die schwedische Weihnachtskomödie „Eine schöne Bescherung“, die kürzlich auch auf DVD erschien – inklusive der von Kinoblindgänger produzierten barrierefreien Fassung. Dazu gehören neben der Audiodeskription im Übrigen auch erweiterte Untertitel für Gehörlose. Menschen, die zwar alles sehen können, dafür aber nichts hören, gehört Barbara Fickerts ganze Solidarität. „Ich weiß ja, wie blöd es ist, im Kino nichts mitzukriegen“, sagt sie.

Berliner Zeitung, 2. Januar 2018

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Wie Frauen im Job diskriminiert werden, wenn sie sich Kinder wünschen

Wir haben mit einer Frau gesprochen, die eine Job-Absage bekam, weil sie Mutter ist. Das ist kein Einzelfall: Arbeitgeber verweigern Müttern die Beförderung, eine Gehaltserhöhung oder sogar die Anstellung. Seit zehn Jahren ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz AGG in Kraft, aber noch immer greift es nicht richtig. 500 Beschwerden gingen bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ein, ergibt eine Nachfrage von BuzzFeed News.

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Von Insa van den Berg

Anne Peter ist in diesem Jahr Mutter geworden. Deshalb wurde ihre Bewerbung auf einen Job abgelehnt. Weil sie weitere Nachteile fürchtet, ist „Anne Peter“ nicht ihr richtiger Name. Die 31-Jährige aus Norddeutschland hat sich auf eine Projektstelle in der oft als besonders fair bezeichneten Nachhaltigkeitsbranche beworben, genauer: bei einem Naturkosmetik- Hersteller. „Dass ich eine Absage für den Job bekommen habe, ist das Eine. Was mich schockiert, ist die Begründung.“

Das Unternehmen entschied sich für eine andere Bewerberin, weil diese ungebunden ist. In der Absage an Anne Peter, die BuzzFeed News vorliegt, steht: Aufgrund ihrer Mutterschaft „haben wir gedacht, dass es zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht nicht ideal ist“, denn der Mitarbeitende „soll sich ganz aufs Projekt konzentrieren können, ohne viel organisieren zu müssen oder an das Zuhause zu denken“.

Gesetzlich ist diese Absage verboten, seit 2006 gilt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Darin steht:

„Eine unmittelbare Benachteiligung liegt vor, wenn eine Person […] eine weniger günstige Behandlung erfährt, als eine andere Person in einer vergleichbaren Situation erfährt, erfahren hat oder erfahren würde. Eine unmittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts liegt […] auch im Falle einer ungünstigeren Behandlung einer Frau wegen Schwangerschaft oder Mutterschaft vor.“

Trotzdem ist Anne Peter kein Einzelfall. Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes melden sich immer wieder Frauen mit dem konkreten Verdacht, dass sie wegen einer Schwangerschaft oder aufgrund ihres Mutterseins benachteiligt worden sind. In den vergangenen zehn Jahren sind deshalb allein bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes rund 500 Beschwerden eingegangen. Das ergab eine Anfrage von BuzzFeed News. Wie viele Frauen tatsächlich aufgrund ihres Kinderwunsches von ihren Arbeitgebern diskriminiert werden, kann man nur schätzen. Eine repräsentative Untersuchung, von der man auf die Grundgesamtheit schließen kann, scheint es dazu nicht zu geben.

Volkswirtin Christa Katharina Spieß vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist auf Bildung und Familie spezialisiert. Sie sagt BuzzFeed News im Gespräch: „Das mag auch damit zusammenhängen, dass es vielfältige Formen von Benachteiligung gibt, die nicht immer leicht zu messen sind.“

Prof. Yvonne Ziegler von der Frankfurt University of Applied Sciences versucht, das zu ändern. Die Professorin für Betriebswirtschaft arbeitet derzeit an einer weiteren Studie, um diese Diskriminierung zu belegen. Veröffentlicht ist sie noch nicht, doch gegenüber BuzzFeed News zieht die Wissenschaftlerin aus ihrer bisherigen Untersuchung ein Zwischenfazit: Sie vermutet, dass jede zweite Mutter oder werdende Mutter von Diskriminierung in der Arbeitswelt betroffen ist.

Ihre Studien beziehen sich bislang auf überdurchschnittlich qualifizierte Frauen, die ausgewählten Befragten sind also nicht typisch für alle berufstätigen Mütter, die Untersuchung ist nicht repräsentativ. Doch die Betriebswirtin kann Muster zur beruflichen Diskriminierung von Müttern ableiten: Junge Frauen, die nur befristete Verträge erhalten, weil ihre Arbeitgeber annehmen, dass sie schwanger werden können. Schwangere Frauen, die nicht befördert werden. Frauen, die aus dem Mutterschutz oder nach der Erziehungszeit ins Unternehmen zurückkehren und Arbeit tun müssen, für die sie überqualifiziert sind.

Wenn die 31-jährige Anne Peter von solchen Frauen in ihrem Umfeld hörte, dann dachte sie im Stillen: „Das ist doch personenabhängig. Dagegen kann man doch was tun.“ Heute meint sie: „Man muss sich also gegen die Karriere entscheiden, wenn man Familie will.“

Die Wissenschaftlerin Yvonne Ziegler bestätigt, dass bei Frauen mit der Schwangerschaft ein Imagewandel einsetzt. „Es wird zwar von der Unternehmensführung zur Kenntnis genommen, dass Mütter oftmals gut organisiert sind. Aber ihnen wird auch unterstellt, dass sie nicht mehr voll für die Firma da sein können und öfter fehlen werden.“ Diese Annahme legt auch nahe, dass Frauen ihr Job weniger wichtig sei als ihre Familie. Ziegler hat in ihrer aktuellen Studie herausgefunden, dass das für mehr als ein Drittel der von ihr befragten berufstätigen Mütter nicht stimmt. Ihnen bedeute beides gleich viel. Die Angst vor Nachteilen im Beruf ist für viele Frauen ein Grund, nach dem Mutterschutz schnell wieder ins Unternehmen zurückzukehren. „In Führungspositionen gilt das ungeschriebene Gesetz, nicht länger als sechs Monate pausieren zu dürfen“, sagt Ziegler. Insbesondere in Ostdeutschland würden Frauen schief angesehen, wenn sie länger als ein Jahr pausieren.

Laut der Volkswirtin Spieß vom DIW sind die schnellen Rückkehrerinnen vor allem Frauen mit hohem Bildungsniveau und solche, die aus wirtschaftlichen Gründen schnell wieder arbeiten müssen. Außerdem hat sie beobachtet, dass Frauen gelegentlich gar nicht wissen, was die Länge der Pause für ihren beruflichen Werdegang bedeutet: geringere Rentenansprüche zum Beispiel.

Informationslücken bemerkt auch Smaro Sideri regelmäßig. Die Fachanwältin für Arbeitsrecht im baden-württembergischen Ostfildern ist auf Elternzeit-Fragen spezialisiert. Sie hat selbst ein Kind und ist Mitglied im Verband berufstätiger Mütter. „Viele Frauen nehmen es einfach hin, wenn ihnen dann andere Aufgaben zugeteilt werden. Oder wenn ihnen eine Teilzeit-Variante angeboten wird, die ihren Bedürfnissen überhaupt nicht gerecht wird. Einige kündigen dann selbst. Wenige wissen von ihren Rechten.“

Anne Peter, die Mutter aus Norddeutschland, will nicht klagen. Es erscheint ihr langwierig und sie verspricht sich wenig davon. Aber es kann sich lohnen: Das Arbeitsgericht Mainz zum Beispiel hat zugunsten einer Frau entschieden, deren befristetes Arbeitsverhältnis aufgrund ihrer Schwangerschaft aufgelöst werden sollte. Die Klägerin erhielt Schadensersatz für den entgangenen Verdienst und eine Entschädigung wegen ihrer Benachteiligung.

Eine Abfindung kann also drin sein, sagt Anwältin Sideri. Besser sei es, Probleme gar nicht erst entstehen zu lassen – durch konkrete Absprachen zum Beispiel.

„Manchen Klientinnen lege ich zum Beispiel die befristete Teilzeit nahe“, erklärt die Juristin. „Wenn man dieses Teilzeit-Modell nach der bisherigen gesetzlichen Regelung beantragt, dann gilt das ja in der Regel für immer. Das kann gravierende Folgen für die Zukunft haben, die die Karriere hemmen: Finanziell zum Beispiel. Dabei kann man sich mit dem Arbeitgeber darauf verständigen, dass man beispielsweise nur bis zur Schulpflicht des Kindes in Teilzeit arbeitet.“

Dass es auch ohne Diskriminierung geht, zeigt etwa die Versicherung „Volkswohl-Bund“ in Dortmund. Marie-Christine Lipka ist dort für die Personalentwicklung zuständig. Sie erwartet gerade ihr erstes Kind. Sie ist zuversichtlich, weil in ihrem Unternehmen viel Wert auf eine enge Kommunikation mit den angestellten Eltern gelegt werde. „Wir haben 124 verschiedene Teilzeit-Modelle nach den jeweiligen Bedürfnissen unserer Mitarbeiter. Die Eine kommt freitags nicht, ein Anderer arbeitet jeweils sechs Stunden täglich. So wie es eben am besten zu den Betreuungsaufgaben passt.“

Es gibt darüber hinaus eine betriebsnahe Kita und eine Ferienbetreuung. „Wir wollen unsere langjährigen Mitarbeiter halten. Und unter guten Umständen machen die einen besseren Job.“ sagt Lipka. Ausgelöst hat dieses Umdenken die Teilnahme an einem Wettbewerb zu attraktiven Arbeitgebern. Als der „Volkswohl-Bund“ nicht unter den besten 100 landete, fragte man nach den Gründen. Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf war dabei ein vielgeäußerter Wunsch.

„Familienfreundliche Maßnahmen sind in Unternehmen nahezu jeder Größe und Branche umsetzbar“, sagt Pressereferentin Susanne Gütte vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gegenüber BuzzFeed News. „Auch in solchen mit hohen Flexibilitätsanforderungen wie Dienstreisen oder Rufbereitschaft.“ Es komme auf den Willen der Unternehmer an. Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat herausgefunden: Rund ein Fünftel der Eltern kleiner Kinder in Deutschland arbeiten in Betrieben, in denen sie ohne Nachteile ihre Karriere neben der Familie vorantreiben können. Firmen, die es künftig besser machen wollen, berät die Psychologin Kathrin Dewender von dem Beratungsunternehmen „a tempo“. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen. Sie bietet deshalb eine sogenannte Ausstiegsberatung an. „Es ist problematisch, wenn zum Beispiel offen bleibt, wann die Frau unter welchen Bedingungen zurückkehrt. Eine frühzeitige, realistische Planung sei die „halbe Miete. Nicht nur eine Absichtserklärung“, erklärt die BuzzFeed News im Gespräch. So könnten die Eltern sich dann beispielsweise auch frühzeitig um einen Betreuungsplatz bemühen, weil klar ist, dass Mutti dann-und-dann wieder arbeiten wird.

Dewenders Meinung nach haben sich viele Unternehmen in den vergangenen Jahren um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bemüht. Vorreiter seien Branchen, die ausbildungsintensiv sind und in denen es an Fachkräften mangelt. Ein Umdenken bemerkt sie außerdem in mittelständischen Unternehmen. „Die Töchterväter in der Firmenführung sind unsere Verbündeten“, sagt die Psychologin und meint: Wenn in den Familien der Chefs Kinder geboren würden, dann entstehe eine eigene Betroffenheit. „Die Unternehmer bekommen auf diese Weise das ganze Dilemma der Vereinbarkeit hautnah mit.“ Das motiviere, etwas zu ändern.

„Betriebs-Kita und Teilzeit sind dafür aber keine Patentrezepte“, warnt Dewender. „Man muss auf den persönlichen Bedarf schauen.“ Es sei wenig sinnvoll, etwas einzurichten, das kaum nachgefragt werde.

„Es ist absurd, dass im Gegensatz zu der Beurteilung von Frauen eine Heirat und Kinder für die Karriere von Männern nach wie vor förderlich sind“, meint Betriebswirtin Ziegler.

Der Familienreport 2017 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zeigt: Der wesentliche Teil des Familieneinkommens wird in den meisten Familien in Deutschland weiterhin durch den Vater erwirtschaftet; die Mutter verdient hinzu.

Mit den Wünschen der Menschen passt das oft nicht zusammen: Während Mütter oftmals mehr arbeiten möchten, wollen etliche Väter ihre Arbeitszeit reduzieren. Dann könnten sie mehr Zeit mit der Familie verbringen. So ist auch der Anteil der Väter, die in Elternzeit gehen, seit 2006 von 3,5 auf 35 Prozent gestiegen.

Wenn Männer deshalb aber länger als zwei Monate im Job pausieren, dann wird das von Unternehmen – oder auch von Kollegen – ähnlich abgewertet, beobachten Betriebswirtin Ziegler und Psychologin Dewender. „Diskriminierung im Job wegen eines Kinderwunsches: Das trifft dann auch sie. Gesellschaftlich muss sich da noch viel ändern.“

Anne Peter hofft ebenfalls darauf. Denn im Moment weiß sie noch nicht genau, wie es beruflich bei ihr weitergehen soll.

Buzzfeed News, 12. Dezember 2017

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